Gemshörnchen – an Weihnachten

Pünktlich an Weihnachten hier nun der dritte Blogbeitrag zum Thema Hörnchen.
Mittlerweile haben wir uns auf ihnen wieder eingespielt. Hier gibts zwei Kostproben, verbunden mit den besten und friedlichsten Wünschen für Weihnachten und das neue Jahr!

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Video-Link: https://youtu.be/PVt4RMl81gk
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Video-Link: https://youtu.be/W5O8TwepQ0o

Gemshörnchen – Griffe Sopran

gemshornquintett, instrumente auf Drahtgitter plaziert

Gerade im Advent mag man sie besonders gern hören, wie ich finde – und viele 4stg. Weihnachtslied-Sätze wie in diesem Heft von Bornmann sind spielbar (bis auf kleine Anpassungen). Wichtig: Ganz ohne Finger angeblasen schafft man auf C-Instrumenten das benötigte hohe „Es“ und auf F-Instrumenten das „As“.
Hier habe ich Euch auch gleich noch eine leere Grifftabelle gemacht – zum Selbstausfüllen. Mehr findet Ihr auch in diesem Blog blockblog.info/gemshoernchen

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Flöten von der Sigo – Farm Teil 3 – Sigo ölen

Sollte die Flöte nach einer gewissen Zeit nicht mehr so schön klingen wie anfangs, braucht sie eventuell Öl. Vielleicht, weil ja auch Holz in ihrem Material enthalten ist? Und Holzflöten ölt man auch zuweilen.
Das Hantieren mit Frischhaltefolie und Ölflasche ist etwas übungsbedürftig, aber was tut man nicht alles, damit das gute Stück wieder in Topform kommt!

Wie das geht, zeigt uns die Mitarbeiterin von Kunath hier:

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Video-Link: https://youtu.be/yUNAip10hbs?si=1aRM1CWPFUvHpUVF

Flöten von der Sigo – Farm Teil 2

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Video-Link: https://youtu.be/J_JOLYPJqUA

Es war eine gelungene Überraschung für mich, dass nun jede der Saltarellos sich eine Sigo angeschafft hat. Sie funktionieren bestens und machen wirklich Spaß! Hier spielen wir auf ihnen sehr spontan das bekannte Telemann-Konzert (für 4 Altflöten).
Dass sie anfangs etwas fest zusammen zu stecken sind gibt sich, wenn man sie mal zwei Tage zusammengebaut liegen lässt.
Und aktuell habe ich das Gefühl, dass sie sich auch richtig einspielen, wie Holzflöten.

Sie sind sanft zu kleineren Händen, die auch mal Tenor spielen möchten.
Bei der schwülen Hitze dieser Tage punktet die Flöte mit ihrem sicheren, rauhen Griffgefühl – sie glitscht auch in feuchten Händen nicht weg 😉
Einer meiner lieben Schüler – etwas gehandicapt mit wenig Armkräften an den Rollstuhl gebunden – spielt normalerweise nur Bass.
Da steht das Gewicht auf dem Stachel am Boden. Da die Sigo am unteren Ende kein Loch hat, kann er sie nun ebenfalls sehr geschickt auf dem Oberschenkel aufstützen – und damit steht ihm endlich die Welt der höheren Flöten offen. Wunderbar!

Mehr Info steht auf meinem ersten Beitrag zur Sigo vor ein paar Wochen.

Mehr Mut zu Altblockflöten in G

Schwarze zylindrische Blockflöte mit Messingband auf Holzplatte
Mein G-Alt von Ralf Netsch, ca 2018

G – Alts klingen so schön!
Diese etwas kürzeren Altflöten mit Grundton G, die der Ganassi-Sopran ähnlich sehen, passen besonders gut zur Musik der Renaissance. Ihr Klang ist grundtönig, weich, milchig und mischt sich toll im Ensemble. Netterweise lassen sich G-Altblockflöten überwiegend mit gewohnten barocken Griffen spielen, kleine Anpassungen zu sauberer Intonation merkt man selbst rasch (siehe Tipps unter dem Beispiel).

Natürlich gibts ein kleines Problem:
Die originalen Noten sind klingend notiert – so dass wir selbst transponieren müssen, je nachdem, ob wir eine Blockflöte in C, F, D oder eben G spielen. (Grundton ist der Ton, bei dem alle Löcher bedeckt sind). Das kann man entweder üben 🙂 oder sich für den vielleicht nicht so oft genutzten G-Alt ein Stück umschreiben.
Das ist völlig in Ordnung, auch wenn wir es „Mogelgriffe“ nennen. Denn die meisten anderen Blasinstrumente werden bereits mit mundgerecht transponierend notierten Noten beliefert und sind entsetzt und voll Mitleid, wenn sie hören, dass wir das jeweils selbst erledigen müssen.
So einfach geht’s:
Altflöte denken – 1 Ganzton tiefer notieren (= 2 Halbtöne) – evtl. oktavieren – fertig!
Dabei aufpassen, es entsteht natürlich „automatisch“ eine andere Tonart.
Unten gibt’s ein Beispiel – und dies auch zum Anhören (G-Alt):

Flöten von der Sigo – Farm

Neuentwickelte 3D-gedruckte Tenorflöte Sigo liegt auf Kunstrasen
Foto Anne Pape Mai 2025


Blockflötenfestival Bad Kissingen 2025.
Team Kunath wagt wieder einen innovativen Schritt in die Zukunft. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Blockflötenbauer Geri Bollinger, der die geniale Idee für einen gefalteten Windkanal einbrachte, entstand ein ganz neues Instrument.
Jo Kunath präsentiert sich in Bad Kissingen – den ganzen Tag umgeben von etlichen Staunenden – in Blaumann, Gummistiefeln und Sonnenhut als „Sigofarmer“. Er zaubert Bilder im Kopf. Man sieht es fast vor sich, wie die jungen Sigos unter seiner Bewirtschaftung aus dem Boden (nein, 3D-Drucker) sprießen. Man traut ihnen das Potential zu, die Welt – naja, also Blockflötenwelt – in eine neue Zeit zu führen.
Da es mir grundsätzlich gefällt, wenn sich im Blockflötensektor etwas weiterentwickelt, habe ich mir eine Sigo angeschafft.
Vielleicht gelangt die Sigo bald auch anstatt einer Sopran mal in Anfängerhände?
Ich könnte mir vorstellen, dass damit dem ewigen Gelästere über die „quietschenden“ Blockflöten mal etwas entgegengesetzt würde 🙂
Was sind Sigos?
Sigos (klicken für mehr Info) sind Blockflöten in einer neu entwickelten Bauweise, die nach langen Forschungen und vielen Experimenten nun „druckbar“ sind. Material: Resona – eine umweltverträgliche Kunstoff/Holz- Mischung.
Natürlich brauchte das neue Baby einen Namen, klar! Der Name entstand aus der Idee für „Si“ = ja und „go“ = geht los!
Mal ein paar Töne hören?

Das Besondere?
Als etwas größere Sopran-Flöten in C klingen sie tief wie eine Tenor! Mit praktischem Knick oben – und mit eingebauter Daumenstütze unten. Natürlich mit barocker Griffweise.
Dabei überraschen sie mit schönem, warmen Sound und erstaunlicher Lautstärke!
Wofür?
Tenorflöten klingen warm und weich – sind aber immer eine Herausforderung für die Finger, oft mehr als die Bässe. Mit der Sigo eröffnet sich beispielsweise für viele Spielerinnen in den Ensembles eine verlockende Möglichkeit, auf einem tieferen Instrument mitzumachen. Und die Sigos mischen sich gut!
Viele SchülerInnen würden gern auf der Sopran weitermachen – mögen aber nicht den piepsigen Ton und vielleicht auch nicht mehr das winzige Instrument. Denen kann ich doch jetzt etwas tolles anbieten!
Teuer?
Mit ca. 139€ unglaublich bezahlbar für einen futuristischen praktischen Tenor und eine gute neue Idee!


Blockflötenfesttage Bad Kissingen 2024

Von Do 9.5. bis So 12.5.24 finden die Blockflötenfesttage voller spannender Begegnungen zum 39. Mal statt.
Hier alle Details


Wie jedes Jahr freue ich mich auf :
Hochkarätige Konzerte internationaler Musikerinnen und Musiker
Verkaufsausstellung feinster Instrumente, riesige Notenauswahl
Stöbern nach etlichen Must Haves (wie kreative Flötentaschen & Ständer)
Inspirierenden Austausch und professionellen Input zu Neuentwicklungen
Evtl. Mitwirkung im Blockflötenfestage-Orchester (Simon Borutzki)

Der Umzug der Blockflötenfesttage von Stockstadt hierher ist mittlerweile „verdaut“, die prächtigen Säle des Regentenbaus überzeugen mit viel Atmosphäre und guter Akustik. Silke „Katze“ Kunath und Joachim Kunath haben sich im Frühjahr als Veranstalter verabschiedet und die Leitung des Festivals an den neuen Vorstand des Vereins Flauto dolce e.V. übergeben. Vorsitzender & Intendant des Festivals ist nun nach langjähriger Mitarbeit Maurice Steger.

Alte Musik in neuem Gewand
getreu diesem Motto besucht uns zur „Late Night“ sogar eine Spezialistin für Aliens 🙂 Klangprobe? Bitte:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=rGNcxAwVqWU

Warum heißt die Blockflöte Recorder?

„I am a recorder player!“

so begrüßt die englische Blockflötistin Sarah Jeffery seit Jahren sehr launig die Besucher ihres Youtube-Kanals Team_Recorder
Wie kommen die Engländer auf die Idee, der Blockflöte einen so artfremden Namen zu geben, der jede Stichwort – Suche überfordert? Außerdem ist Recorder in England auch noch eine Berufsbezeichnung im juristischen Bereich.

Schon im Mittelalter

Welches Pfeiflein nun welchen Namen trägt, war eigentlich jahrhundertelang nicht wichtig, die Unterschiede sind auf Gemälden oft auch nicht genau zu erkennen.
Da ist es erfreulich, dass bereits anno 1388 im Haushaltsbuch des Henry Earl of Derby, dem späteren König Heinrich IV, die Anschaffung einer „Fistula nomini ricordo“ – in anderen Quellen: recordour notiert ist (also einer Pfeife mit dem Namen: Andenken, Erinnerung). Ausgerechnet dieser Name setzte sich auf der Insel durch und wird etwa ab dem 16. Jh. dort verwechslungsfrei nur für die Blockflöte gebraucht.
Daneben etablierten sich neben Recorder in England aber auch Namen wie „Common Flute“ oder „English Flute“ für unser Instrument – im Gegensatz zur Flute Allemande, der Traversflöte. Die Blockflöte heißt in Frankreich Flute à bec (Schnabelflöte), in Italien Flauto.

Lateinisch, englisch, französisch – immer vom Herzen

Latein: Recordare – sich erinnern, beachten, verinnerlichen
Altenglisch: to record – „aus dem Herzen wiedergeben“ (auswendig), meint aber auch in bestimmten Vogelfreunde-Kreisen das Singen der Vögel,
insbesondere, wenn die Jungen es übten.
Altfranzösisch: Recordeur – jemand, der etwas rezitiert, aus dem Herzen (auswendig) wiedergibt.

Die Blockflöte wurde gern mit Schäfern (und den späteren arkadischen Schäferspielen der galanten Zeit) in Verbindung gebracht, auch in Erzählungen erwähnt (die mittelalterliche Sage des Rattenfänger von Hameln) und von Jakob van Eyck zur Unterhaltung der Spaziergänger benutzt.
Alle spielten sie aus dem Herzen – und ahnten noch nichts von den Recordern des späteren 20. Jahrhunderts.

Quellen:
David Munroe, Musikinstrumente des Mittelalters und der Renaissance, Ed. Moeck 4017 (1976)
und im englischen Wikipedia_Stichwort „Recorder“.



Von blinden Mäusen und Didos Lament

Mit großer Vorfreude bereite ich gerade mein Projekt fürs nächste halbe Jahr vor: Englische Musik aus vier Jahrhunderten. Mehr steht unter dem Notenblatt….

Es wird Stücke für die Jüngsten ebenso geben, wie für die erfahrenen Ensembles. Toll wäre, wenn auch Gemeinsames gelänge.
Die Auswahl ist ja riesig! Außer Purcell, Dowland, Händel, Boyce, Vaughan Williams, Beatles, Cat Stevens usw. entdeckte ich auch putzige englische Kinderlieder. Da gerade Ferien sind, habe ich die Zeit genutzt, spielbare Sätze für die Ensembles zu basteln und Liedblätter für die Kinder zu machen.
Oben ist eins davon abgedruckt (ich wollte schon immer soo gerne blinde Mäuse malen!)
Und nächste Woche geht der Praxistest dann dann los!

Adventskonzert 23

Vier Musikerinnen, 19 Instrumente

Am zweiten Advent gelang ein sehr schönes gemeinsames Konzertprojekt mit der Kantorei der Neustädter Kirche und dem Ensemble Saltarello. Auf dem Programm standen Werke aus vier Jahrhunderten.
Wir hatten uns im Vorfeld große Mühe gegeben, auch eventuell nicht so blockflötenaffine Menschen musikalisch einzufangen: Vom „normalen“ Renaissancesound mit G-Alt , über Gemshorn-Quartett (gebaut von Rainer Schwarze), swingende Töne („Its beginning to look la lot like Christmas“), barock-virtuose Corelli-Seligkeit bis zur Besetzung mit Paetzold-Bässen (Holst, In the Bleak Midwinter, gemeinsam mit dem Chor) erklang also alles, was passte.

Reicht nicht ein Instrument pro Person?
In letzter Zeit komme ich zunehmend zu dem Schluss, dass Reiz und Chance für Blockflöte Spielende in der Möglichkeit zur Vielfalt liegen. Und die haben wir ja noch nicht einmal voll ausgenutzt!
Mehr darüber auch hier.
Viel Applaus aus voller Kirche – und großes Interesse an den Instrumenten am Ende.